Am 28. Mai 2026 wurden an der Energiefabrik Knappenrode die ersten sechs Elektrobusse feierlich von der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) vorgestellt. Mit den über 12 Meter langen und 14 Tonnen schweren neuen Fahrzeugen, die jeweils über 33 Sitz-, 46 Steh- und 2 Rollstuhlplätze verfügen, geht Hoyerswerda einen entscheidenden Schritt in Richtung moderner und zukunftsfähiger Entwicklung der Stadt. Die Beschaffung der Busse wird aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert.
Staatssekretär Sören Trillenberg: „Mit den neuen Elektrobussen kommt in Hoyerswerda der Strukturwandel ganz konkret auf die Straße. Gefördert über das Investitionsgesetz Kohleregionen, entsteht hier nicht nur ein neuer Fuhrpark, sondern ein modernes Gesamtsystem aus Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur, Werkstatt und intelligenter Verkehrssteuerung. Ein großartiges Projekt, denn ein attraktiver Nahverkehr ist ein wichtiger Standortfaktor – für Fachkräfte, für Betriebe, die hier investieren wollen, für Familien und für die gesamte Region. Das Vorhaben zeigt auch, dass moderne Mobilität nicht nur in großen Städten entsteht, sondern gerade auch in den Revieren, die sich momentan neu aufstellen.“
Ziel des Gesamtprojektes ist es, durch den Einsatz moderner Elektromobilität zusätzliche Angebote zu schaffen und den Stadtverkehr strategisch weiterzuentwickeln. Mittelfristig soll der städtische ÖPNV in Hoyerswerda komplett auf Elektromobilität umgestellt werden.
Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh: „Der Umstieg vom Dieselbus zum Elektrobus spiegelt den Wandel der Braunkohleregion zur nachhaltigen und innovativen Energieregion. Die geräuscharmen und umweltfreundlichen E-Busse tragen zu einer nachhaltigeren und lebenswerteren urbanen Umgebung bei. Schadstoffe wie CO2 und Stickoxide können in erheblichen Umfang reduziert werden, während der Komfort für die Fahrgäste deutlich steigt.“
Zwei zentrale Ziele: Stadt vernetzen und Tourismus stärken
Mit den neuen Fahrzeugen sollen neue Fahrgastpotentiale im Berufsverkehr sowie im Freizeitverkehr erschlossen und die Mobilitätswende weiter vorangebracht werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der besseren Anbindung der Industriegebiete. Das ist teilweise bereits erfolgt. So wurde auf dem Firmengelände von Yados bereits zu Beginn der Projektlaufzeit ein Halt eingerichtet.
Gleichzeitig soll mit einem erweiterten Angebot im Freizeitverkehr die Erreichbarkeit touristischer und kultureller Ziele in der Stadt Hoyerswerda verbessert werden.
Sandra Trebesius, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda: „Potenzial sehe ich in der Anbindung des demnächst neu erschlossenen Scheibesees, des Lausitzbades oder der Energiefabrik Knappenrode. Andere touristische Einrichtungen sind bereits bestens erschlossen. So fahren wir an der Krabat-Mühle in Schwarzkollm bis direkt vor die Tür und auch das Schloss, der Zoo sowie andere innerstädtische Einrichtungen sind gut angebunden.“
Damit entsteht eine Vernetzung zentraler Einrichtungen und Strukturwandelprojekte in der Stadt. Die neuen Elektrobusse übernehmen dabei eine zusätzliche Rolle: Sie werden zu Botschaftern des Strukturwandels in der Lausitz.
Insgesamt umfasst das erste Teilprojekt die Beschaffung von acht Elektrobussen:
• sechs Standardbusse für den täglichen Einsatz
• zwei Gelenkbusse zur Bewältigung des gestiegenen Fahrgastaufkommens (Lieferung Ende 2026)
In weiteren Projektteilen werden die Ladeinfrastruktur für den Betriebshof der VGH gefördert und die Ampelanlagen in Hoyerswerda so optimiert, dass die Halte der Busse an den Ampeln minimiert werden. Insgesamt gehen für alle Projektteile Fördermittel in Höhe von 7.353.750 Euro an die VGH.
2027 hat die Verkehrsgesellschaft die Beschaffung zweier weiterer Elektrobusse geplant – dann nicht mehr aus Strukturwandelmitteln sondern im Rahmen eigener Ersatzinvestitionen über die Busförderung des Freistaates Sachsen.
Fotos: Kramer Medien, Benjamin Kramer








